Joël Pommerat

Die Wiedervereinigung der beiden Koreas

Beschreibung

Aus dem Französischen von Isabelle Rivoal / gekürzte Fassung
 

»Wir waren wie zwei Hälften, die sich verloren hatten und die sich wiederfanden. Es war wunderschön. Es war, als wenn Nordkorea und Südkorea ihre Grenzen öffnen und sich wiedervereinigen würden, als wenn Leute, die sich jahrelang nicht sehen durften, wieder zusammenkommen würden«, sagt der Mann zu seiner Frau und geht weiter. Sie erinnert sich nicht an ihn, trotzdem verliebt sie sich jeden Tag neu in den Mann, der nicht aufhört sie zu lieben. Zwei alte Freunde verfeinden sich darüber, ob es je eine Zeit gegeben habe, in der sie nicht befreundet waren – mit tödlichem Ausgang. Zwei Frauen streiten sich über die Wahrhaftigkeit ihres Zusammenseins und die Unmöglichkeit ihres Zusammenbleibens; doch trennen können sie sich nicht, weil jetzt aufzuhören, wäre einfach zu leicht.

Diese und zahlreiche andere Geschichten erzählt Joël Pommerat rund um das gleichermaßen unerschöpfliche und rätselhafte Thema Liebe und lässt dabei seine Figuren aufeinanderprallen, aneinander vorbeilaufen, sich verlieren und finden, wieder und wieder. Mal tritt Liebe als das immer fehlende Teil zum großen Glück auf; mal als der Schmerz, der sich unter die Haut bohrt und nie verschwindet. Ein anderes Mal schläft sie ganz langsam ein und ist nur noch als Erinnerung vorhanden. Kaleidoskopartig macht der Autor die komischen wie die tragischen Aspekte von Liebe erlebbar und regt dabei zum Lachen und Leiden und ganz besonders zum Mitfühlen an.

 

Pressestimmen

(…) ein fantastischer Theaterabend, der gleichzeitig erheitert, sehr berührt und teils durchaus betroffen macht.

Da wäre zuallererst ein bestens aufgelegtes zehnköpfiges Ensemble zu nennen, das durchweg Spitzenleistungen abliefert und dem vielfältigen Figurenarsenal des Joël Pommerat pralles, aber stets nuanciertes Leben einhaucht. (…)

(…) absolut sehenswerte Inszenierung (…).

Neue Westfälische, 15.01.24

Jede einzelne Szene ist aufgeladen und gleichzeitig alltäglich, mitunter banal, poetisch, scharf beobachtet, manchmal mit stiller Komik. Kleine und große (Liebes-)Dramen entfalten sich in einem Bühnenbild, das den Zuschauerraum fortschreibt und Raum bietet für die Fantasie.

Die Wiedervereinigung der beiden Koreas ist ein wunderbares Ensemblestück, (…), geprägt durch die Ausdrucksstärke der Schauspielerinnen und Schauspieler.

Westfalen-Blatt, 15.01.24
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Kurzinfo

Spieldauer
ca. 02:15 Std.
Pausenanzahl
1
Erster Termin war am
Sa. 13.01.2024
Spielort
Theater am Alten Markt
Alter Markt 1
33602 Bielefeld
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