Ruggero Leoncavallo

Zazà

Beschreibung

Commedia lirica in vier Akten / Libretto von Ruggero Leoncavallo unter Mitarbeit von Carlo Zangarini / Nach dem gleichnamigen Schauspiel von Pierre Berton und Charles Simon / In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

»Die andere.« Gibt es einen fürchterlicheren Moment in einer Paarbeziehung, als wenn sich die exklusive Zweisamkeit als Illusion erweist? Wenn zur Gewissheit wird, dass noch jemand Drittes im Spiel ist? Für Zazà wird diese Erkenntnis jedoch nur der erste Schlag sein. Dabei schien alles so perfekt. Sie wollte diesen Milio unbedingt, der sich ihr, der umschwärmten Sängerin, gegenüber so kühl verhielt. Dessen Herz sie aber doch erobern konnte. Und dessen Liebe in ihr nun die Sehnsucht nach einem Leben weckt, das ihr – die sich aus finanziell und familiär zerrütte­ten Verhältnissen an die Spitze der schillernden Show-Welt hochgearbeitet hat – immer denk­ bar fern erschien: Sesshaft werden. Heirat. Kinder. Doch nun steht der Verdacht im Raum, Milio könnte in Paris eine Geliebte haben. Aufgewühlt reist Zazà ihm nach, um der Wahr­heit auf den Grund zu gehen. Was sie findet, zerstört nicht nur ihre Hoffnungen, sondern auch ihr Selbstbild. Milio ist verheiratet und hat eine Tochter. Sie, Zazà, ist in diesem Falle »die andere«, die einen Ehemann und Vater zu stehlen droht. Tief verletzt trifft sich Zazà noch einmal mit dem nichtsahnenden Ehebrecher, um ihn mit ihrer Entdeckung zu konfrontieren und eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen.

Die am 10. November 1900 uraufgeführte Zazà steht, wie auch Ruggero Leoncavallos bekannteste Oper Pagliacci (Der Bajazzo), in der Tradition des Verismo – jener Strömung, die mit zeitgenössisch­realistischen Themen die italienische Oper neu beleben wollte. In Zazà trifft das Flair französischer Varietés, das Leoncavallo durch einen vierjährigen Paris­ Aufenthalt vertraut war, auf sozialkritische Milieuschilderung, leidenschaftliche Emotion – und auf eine emanzipierte Titelfigur, die die häufig klischeehafte Darstellung liebender Frauen in der Oper weit hinter sich lässt.

 

 

Für diese Produktion gibt es eine Triggerwarnung, die Sie hier nachlesen können.

 

Pressestimmen

Fantastisches Opernsaison-Finale in Bielefeld: In Nadja Loschkys Inszenierung von Leoncavallos Zazà reißt die überragende Dušica Bijelić in der Titelrolle das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. (…)

Ein hochklassiges, detailversessenes Bühnenbild (Manuel La Casta), das geschickt Handlungsräume erweitert und einschränkt. Kostüme (Irina Spreckelmeyer), die eine ähnliche Spannbreite umfassen und zwischen farbenfroher Frivolität und bürgerlicher Zugeknöpftheit changieren. Ein eigenes Tanzensemble (Choreografie: Sarah Deltenre), das die dargestellte Zirkuswelt mit allerhand kuriosen Gestalten bereichert. Außerordentlich gut aufgelegte Bielefelder Philharmoniker inklusive Opernchor unter der Leitung von Alexander Kalajdzic. Ein stimmlich und schauspielerisch durchweg überzeugendes Ensemble. Und Dušica Bijelić. Sie, in der Titelrolle, ist das unbestrittene Glanzlicht der durchweg beeindruckenden Produktion. (…)

Unbedingt sehens- und hörenswert!

Neue Westfälische, 05.06.23

Atemlos verfolgte der Bielefelder Premierenpublikum das herzzerreißende Schicksal der Protagonistin (…). Am Ende wollte der Bravo-Jubel gar nicht mehr abebben. (…)

Was für ein Werk! (…) Das Theater Bielefeld trägt nun (…) zu einer Wiederbelebung bei. Unter der Regie von Nadja Loschky und der musikalischen Leitung von Alexander Kalajdzic ist ein großer Wurf gelungen (…).

In der Titelrolle singt und spielt sich Dušica Bijelić in die Herzen des Publikums (…).

Impulsiv, farbig, mal spritzig, mal klangsinnlich tönt es aus dem Orchestergraben. Alexander Kalajdzic sorgt für perfekte Klangbalance (…) und trägt mit schönster musikalischer Zeichnung den Charakteren der Oper Rechnung.

Nicht verpassen!

Westfalen-Blatt, 05.06.23

Am Theater Bielefeld hat Regisseurin Nadja Loschky die vergessene Leoncavallo-Oper Zazà inszeniert: spannend wie einen Psychothriller. (…)

Dabei hat diese Oper alles, was großes Musiktheater braucht: eine tolle Story über eine Halbwelt-Künstlerin, die an dem ihr von ihrem Geliebten angetanen Betrug nicht etwa zugrunde geht, sondern über sich hinauswächst zu einer selbstbestimmten, im bürgerlich-moralischen Sinne autonomen Frau. Eine tolle Musik, die sowohl in den Motiven wie auch in der zupackenden Dramatik die „Pagliacci“ anklingen lässt, die aber ungleich gestaltenreicher und differenzierter daherkommt. Und tolle Gesangspartien, bei denen es einem heiß den Rücken runterläuft, wenn sie gut gesungen werden. So wie jetzt am Theater Bielefeld. (…)

Am Ende Jubel ohne Ende. Und ja: Wer sich diese Oper entgehen lässt, der hat wirklich was versäumt!

www.die-deutsche-buehne.de, 04.06.23
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Förderer, Partner & Sponsoren

Diese Produktion wurde unterstützt von

Theater- und Konzertfreunde

Kurzinfo

Spieldauer
ca. 02:35 Std.
Pausenanzahl
1
Altersempfehlung
ab 14 Jahren

Erster Termin war am
So. 21.05.2023
Spielort
Stadttheater
Niederwall 27
33602 Bielefeld
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