KammermusikEinführung

3. Kammerkonzert

delian::quartett - Haydn / Ravel / Chausson

Beschreibung

Joseph Haydn
Streichquartett G-Dur op. 77 Nr. 1 Hob. III: 81

Maurice Ravel
Sonate für Violine und Klavier

Ernest Chausson
Konzert D-Dur op. 21 für Violine, Klavier und Streichquartett

 

Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven bekamen im selben Jahr 1798 exakt denselben Kompositionsauftrag vom Fürsten Franz Joseph Maximilian von Lobkowitz: Der begeisterte Hobbygeiger und Kunstliebhaber bestellte bei beiden Komponisten je sechs Streichquartette. Warum er das tat und warum Haydn nur zwei statt sechs lieferte, bleibt das Geheimnis der Beteiligten. Man muss diese zwei mit jenen sechs aber gar nicht vergleichen, um zu fühlen: Die einen beendeten ein Jahrhundert, die anderen eröffneten ein neues. Im ersten dieser beiden Quartette op. 77 ging Haydn über die Tonsprache des 18. Jahrhunderts hinaus, komponierte einen brillanten Kontrapunkt, virtuose Soli und Dialoge. Das Adagio ist einer der schönsten und innigsten Sätze, die Haydn je geschrieben hat, und zeigt, wie sehr er hier auf den Quartettstil der Romantiker vorauswies. 
Dass Maurice Ravel mit seiner 1923-27 komponierten Violinsonate anderes im Sinn hatte als seine Kollegen in der deutsch-österreichischen Tradition der Gattung, ist schon an den Satzbezeichnungen abzulesen. Zu deren Vorstellung von einem intensiv erlebten Dialog mit bedeutungsschweren Akzenten bewahrt seine dreisätzige Sonate eine geradezu erfrischende Distanz: Ein Allegretto in neobarocker Kühle, ein Blues als Mittelsatz und ein Perpetuum mobile als Finale knüpfen an die gleichsam „unschuldige“ Welt der Violinsonaten vor Beethoven an, worauf auch der weitgehend lineare Verlauf der Stimmen hindeutet. Klavier und Violine verschmelzen nicht zum pastos-pathetischen Ganzen, sondern unterstreichen bewusst die Unvereinbarkeit ihrer Klänge.
Das Concert für Violine, Streichquartett und Klavier op. 21 ist das bedeutendste Kammermusikstück von Ernest Chausson. Der Schüler César Francks und Jules Massenets war begeisterter Wagnerianer, hatte aber längst eine eigene Tonsprache entwickelt, deren vollmundige Reife etwa in seinem berühmten Poème op. 25, in seiner Oper Le Roi Arthus oder in seinen Symphonischen Dichtungen aufblühte. Das Concert op. 21 überzeugte seinerzeit durch die originelle Besetzung sowie durch den Geiger Eugène Ysaÿe, für den Chausson den Solopart geschrieben hatte. Die Idee eines kammermusikalischen Violinkonzerts, das von einem Klavierquintett begleitet wird, bezog Chausson aus den französischen „Concerts” des 18. Jahrhunderts, Kammermusikstücke, in denen die Instrumente in dezenter, nicht romantisch-virtuoser Weise solistisch hervortreten, sowie aus dem Klavierquintett seines Lehrers Franck.
Der Namenspatron des delian::quartetts ist der griechische Gott Apollon, der als Gott der schönen Künste, der Musen, besonders der Musik, verehrt und nach seinem Geburtsort, der Insel Delos, auch Delian genannt wurde. Bereits im Jahr seiner Gründung 2007 öffneten sich dem delian::quartett die Türen der großen Häuser und bedeutenden Festspiele. Das Debüt des Quartetts 2009 in der Berliner Philharmonie entfachte wahre Begeisterungsstürme und wurde schon nach dem Eröffnungsstück mit stehenden Ovationen aufgenommen. Seither verzeichnet das Ensemble von Publikum und Presse gleichermaßen gefeierte Auftritte in ganz Europa und – als Kulturbotschafter des Goethe-Instituts – bis nach Afrika.

Kurzinfo

Einführung
35 Minuten vor Konzertbeginn

Veranstalter
Bielefelder Philharmoniker (Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld)

Erster Termin war am
Mo. 21.11.2022
Spielort
Kammermusik
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