OrchesterBielefelder PhilharmonikerUraufführung

Martin Helmchen

9. Symphoniekonzert

Beschreibung

Arthur Honegger 
Symphonie Nr. 2 H 153

Cathy Milliken 
Teares für Orchester (Uraufführung)

Robert Schumann 
Klavierkonzert a-Moll op. 54 


Martin Helmchen kommt wieder nach Bielefeld! Nach seinem Aufsehen erregenden Debüt mit Bartóks Klavierkonzerten bringt der vielgefragte Pianist nun das wunderschöne romantische a-Moll-Konzert von Robert Schumann mit. Schumann war als Mittzwanziger selbst drauf und dran, eine pianistische Laufbahn einzuschlagen. Erste Kompositionsversuche in Richtung Solokonzert zeugen von der ganz gebräuchlichen Absicht vieler Kollegen vor (und nach) ihm, sich selbst ein Werk »in die Finger« zu schreiben. Eine Erlahmung seiner rechten Hand machte dem rasch ein Ende und es brauchte erst die Liebe zu seiner späteren Frau, der Klaviervirtuosin Clara Wieck, sowie ein gerüttelt Maß an Instrumentierungshandwerk, das er sich anhand seiner Symphonien erarbeitete, um 1841 einen neuen Versuch zu starten. Heraus kam 1845 das Klavierkonzert a-Moll, das sich umgehend einen Platz im Kernrepertoire vieler Pianist*innen eroberte und zum Prototyp des romantischen Klavierkonzerts schlechthin wurde.
Apropos Virtuosin: 25 Jahre lang spielte sie Oboe im renommierten Ensemble Modern. Nun widmet sie sich verstärkt dem Komponieren und nicht zuletzt partizipativen Projekten mit musikalischem Nachwuchs, u. a. in Südafrika, Japan und Indien und demnächst auch in Bielefeld: Die Rede ist von der australischen Komponistin, Musikerin und Professorin Cathy Milliken. Als Gründungsmitglied des Ensemble Modern arbeitete sie intensiv mit György Ligeti, Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez und Frank Zappa zusammen. Sie schrieb Werke für Theater, Oper, Chor, Orchester, Kammerensembles, Radio und Film; sie schuf Installationen und war Leiterin des Bildungsprogramms der Berliner Philharmoniker. Charakteristisch für ihre vielfältige Arbeit ist die Freude am Moment, sei er geprägt von Humor, vom Klang, von einer Geste oder seiner bloßen Struktur. Ihr Stück Teares für Kammerorchester entstand 2019, inspiriert vom Renaissance-Komponisten John Dowland. Der schrieb um 1604 eine Sammlung von Pavanen mit dem Titel Lachrimae or Seven Teares und nahm dabei eine Art musikalische Typisierung von Tränen vor. Cathy Milliken verarbeitet in Teares Dowlands Botschaft, dass Tränen nicht nur aus Traurigkeit entspringen, sondern auch aus Freude. »Eine Botschaft, die vielleicht gerade jetzt relevant ist«, wie sie schreibt. 
Der 1892 geborene Arthur Honegger gehört zu der (Künstler-)Generation, die nach einer Jugend im Schutzraum wohlsituierter Verhältnisse zwei verheerende Weltkriege miterleben und davon geprägt werden sollte. Seine zweite Symphonie, 1941/42 im besetzten Paris geschrieben, erzählt unüberhörbar von tiefer Erschütterung, Kälte und Melancholie, die gleichwohl musikalisch begeisterungswürdig in Szene gesetzt sind. Das Streichorchester beherrscht das Geschehen mit einer geradezu soghaften Dramaturgie, erst im Finale leuchtet die Solo-Trompete wie ein Fixstern auf und verheißt mit dem Zitat eines Bach-Chorals eine ferne, vielleicht utopische Hoffnung. 

 

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Diese Produktion wurde unterstützt von

WDR 3

Kurzinfo

Spieldauer
ca. 01:15 Std.
Veranstalter
Bielefelder Philharmoniker (Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld)

Erster Termin war am
Spielort
Online-Veranstaltung
Orchester
Bielefelder Philharmoniker
Uraufführung
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